Karla-Raveh-Gesamtschule 400. FairTradeSchool

Als Vorsitzende des Fair-Trade-Steuerungsgruppe der Stadt Lage, war es mir eine besondere Freude, der Karla-Raveh-Gesamtschule in Lemgo im Rahmen einer Zertifizierungsfeier die Urkunde für die bundesweit 400. FairTradeSchool überreichen zu dürfen. Seit dem Start im Jahr 2012, hat die Idee der Fairtrade-School - ausgehend von Nordrhein-Westfalen - eine beeindruckende Entwicklung genommen und ich hoffe und gehe fest davon aus, dass die Fairtrade-Schools-Kampagne in den kommenden Jahren weitere Schulen in ihren Reihen begrüßen kann. Dafür werde ich mich persönlich weiterhin einsetzen.

 

Mit unsereren Kaufentscheidungen entscheiden wir alle auch immer darüber, welche Produktionsbedingungen, welche Landwirtschaft, welche Menschen wir unterstützen wollen. Kurz: Wir alle tragen Verantwortung wie unsere Welt aussieht und in welche Richtung sie sich entwickelt. Aber genau dieses Wissen und Bewusstsein um die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Konsumverhalten und den Lebensbedingungen in den Ländern des Globalen Südens müssen wir schärfen. Und die Schule ist meiner Meinung nach genau der richtige Ort dafür. Mit der Fairtrade-Schools-Kampagne schärfen wir genau dieses Bewusstsein und ermutigen Schülerinnen und Schüler sich mit ihrem Handeln und ihren Ideen für eine gerechtere Welt einzusetzen und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Ob am Schulkiosk, mit Aktionen oder eben auch beim nächsten Familieneinkauf.

In den letzten Monaten und Wochen hat die Bundestagswahl den Fokus auf die vermeintlich großen politischen Fragen geworfen. Es ging um Einwanderung und Flüchtlinge, die Zukunft der Rente, Digitalisierung und Bildung. Von Entwicklungszusammenarbeit war, wenn überhaupt, nur im Zusammenhang mit der sogenannten „Bekämpfung von Fluchtursachen“ die Rede. Dabei spielen – gerade in einer globalisierten Welt – die wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven vor Ort eine so entscheidende Bedeutung.

 

 

 

Auch führen die große Wahlen meiner Meinung nach dazu, dass allzu oft die Fragen gestellt werden: Was macht die Politik? Wie will die Politik dieses oder jenes Problem lösen? Der Fokus verengt sich auf eine eher passive Wahrnehmung von Themen und Problemen. Die Verantwortung des Einzelnen und vor allem die Möglichkeiten, die sich jedem von uns bieten, geraten allzu schnell aus dem Blickwinkel. Dabei zeigen die Idee des fairen Handels und die Fairtrade-Schools-Kampagne, dass jeder von uns im Kleinen etwas Großes bewirken kann. Mit unseren täglichen Kaufentscheidungen beeinflussen wir maßgeblich die Entwicklung auf der Welt. Der Einzelne und die Einzelne macht eben doch einen Unterschied. Es ist eben nicht egal, ob ich eine Tafel Schokolade für 35 Cent oder ein Kilo Bananen für 1 Euro 39 kaufe.