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„Freiheit der niederländischen Berufskollegs ist enorm“

Im Gespräch: Stephan Haupt, René Westra (Vorstand ROC), Peter van Mulkom, Arie Kerkmann, Martina Hannen, Willem van Hees (Leiter des Projekts Ler(n)ende Euregio), Paul Marcelis (Projektleiter Deutsch im beruflichen Kontext)
Im Gespräch: Stephan Haupt, René Westra (Vorstand ROC), Peter van Mulkom, Arie Kerkmann, Martina Hannen, Willem van Hees (Leiter des Projekts Ler(n)ende Euregio), Paul Marcelis (Projektleiter Deutsch im beruflichen Kontext)

Eine Fahrt in das grenznahe Nijmegen, Ziel: das örtliche Berufskolleg, stand im Terminkalender meines Kollegen Stephan Haupt und mir. Begleitet wurden wir durch den niederländischen Abgeordneten René Westra (VVD).

9.900 Studierende besuchen das ROC Nijmwegen, die niederländische Form des Berufskollegs. Die Freiheit der niederländischen Berufskollegs ist enorm und trägt den regionalen Bedingungen und Anforderungen an die berufliche Bildung Rechnung.

So sehen die Bildungsgesetze eine weitgehende Autonomie der Schulen vor. Sie können eigenständig über ihr Budget und die angebotenen Bildungsgänge entscheiden. Außerdem sollen alle Jugendlichen ohne Ausnahme zu einem Berufsabschluss oder wenigstens zu einer „Startqualifikation“, einer beruflichen Eingangsqualifikation, geführt werden. Darüber hinaus ist die Ausbildung in vier unterschiedliche Niveaustufen gegliedert.

Im Anschluss besuchten wir das Berufskolleg in Kleve. Es ist mit 5.000 Schülerinnen und Schülern zwischen 16 und 40 Jahren das größte Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen und vermittelt 50 Ausbildungsberufe in Wirtschaft und Verwaltung, Technik, Gesundheit und Ernährung sowie Agrarwirtschaft. 230 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten in 95 Fächern.

Es war interessant, den Vergleich zwischen den deutschen und niederländischen Schulsystemen ziehen zu können. Dieser Austausch ist für unsere Arbeit im Landtag enorm wichtig. Auch wenn wir wissen, dass sich unser System der dualen Ausbildung weltweit wahrlich nicht zu verstecken braucht, gibt es immer etwas zu verbessern.

 

Von unserem Tag in der Grenzregion nehme ich mit, dass wir das Fundament der dualen Ausbildung erhalten und stärken müssen, den Schulen und Leitungen vor Ort aber wieder mehr Vertrauen entgegenbringen und Entscheidungsfreiheit zugestehen müssen.